Projekte

In den vielen Jahren meiner künstlerischen Tätigkeit habe ich mich intensiv mit bestimmten Themen z. T. über Jahre auseinandergesetzt, die zu definierten künstlerischen Projekten wurden.

Im Projekt Vertraut – Fremd habe ich mit einer analogen Großbildkamera (4×5 inch) Gesichter meiner Freunde und Bekannten und Familienmitglieder fotografiert – insgesamt über 100 Porträts. Die Großbildkamera bildet jede Kleinigkeit mit einer unglaublichen Auflösung ab und wenn man diese Originale in extrem große Ausbelichtungen fertigt, begibt man sich auf eine Entdeckungsreise im Gesicht der Menschen, die man glaubt zu kennen und entdeckt diese neu.

Im Projekt Unschärferelation habe ich mich mit dem Mittel Unschärfe in der Fotografie auseinandergesetzt und festgestellt, dass unscharfe Fotos die Emotionen der Betrachter ansprechen. Genau das Gegenteil von den vorwiegend analogen Fotos der abstrakten Strukturen, bei denen es mir auf exakte und nüchterne Wiedergabe der Objekte ankam. Mit den unscharfen Fotos habe ich versucht mit Hilfe der Kamera mit Licht zu malen und es sind keine im Computer erzeugten Bilder.

Wabi Sabi hat seine Tradition in der japanischen ZEN-Kultur und zeigt die Ästhetik des Unscheinbaren, des Vergänglichen. Objekte an denen wir im Alltag vorbeilaufen, haben ihre eigene Schönheit, die ich versucht habe mit Hilfe der Kamera hervorzuholen. Ein einfacher Halm im Wind, eine verrostete Steckdose, … und viele andere, kleine unscheinbare Objekte. In dem Projekt habe ich über einen Farbzusammenhang Bild-Pärchen gebildet. Dieses Projekt hat meinen Blick für die Schönheit des Alltäglichen geschärft.

In dem Projekt Lieblingsorte haben die Fotografin Jennifer Kampani und die Fotografen Siegfried Krause, Rudi Karliczek und ich Menschen aus Salzgitter an ihren persönlichen Lieblingsorten in Salzgitter fotografiert. Das konnte der Schrebergarten sein, der Bratwurststand beim Fußballverein, oder ein kleiner See, der dem jeweiligen Menschen Kraft und Energie gibt. Es sind ganz persönliche Sichten auf Salzgitter und Umgebung. Zum Ende des Projektes hat es eine große Ausstellung mit 55 Bildern in der städtischen Galerie Schloss Salder gegeben und es wurde ein Buch über das Projekt herausgegeben, das fast nach Erscheinen vergriffen war. Das Projekt wurde durch die Konrad-Stiftung, die Sparkassenstiftung und durch den 1. Bürgermeister der Stadt Salzgitter, Stefan Klein gefördert.

In der Arbeit Braunschweiger Ansichten habe ich das Braunschweig wiedergegeben, dass mich während meines Studiums immer beeindruckt hatte. Die alte Kultur der Stadt, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht und mit der m. E. viel zu wenig seitens der Stadt geworben wird. Dafür habe ich meine Fotografien im Computer in mehreren Schritten so bearbeitet, dass am Ende des Prozesses die Anmutung einer Strichzeichnung entstanden ist. Parallel dazu habe ich Aquarelle und Zeichnungen erstellt. Die Fotos zeigen menschenleere Plätze von Braunschweig und auch zum überwiegenden Teil unbelaubte Bäume, damit die alten Gebäude besser sichtbar werden. Beides zwang mich dazu, im Winter oder im zeitigen Frühjahr (fehlende Belaubung) und Sonntag morgens (wenn die Bürger und Besucher der Stadt noch geschlafen haben) zu fotografieren.